SuS Neuenkirchen – TSG 1:1

SuS Neuenkirchen - TSG Hin
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Wenn es für diese Partie ein Drehbuch gegeben hätte, wär‘ der Autor wegen Einfallslosigkeit glatt gefeuert worden. Für den tollen Einfall, daß Patrick Knieps wegen einer angeblich außerhalb des Strafraums erfolgten Ballberührung mit der Hand an selbem Ort wie in der letzten Saison einen Platzverweis bekommen und die TSG in Neuenkirchen mehr als eine ganze Halbzeit in Unterzahl zurechtkommen mußte. Auf der Hinfahrt gab es im Bus noch alberne Witzeleien: „Gut, daß wir diesmal einen Ersatztorwart dabeihaben.“, „Kann nochmal jemand erklären, was die weißen Striche vor dem Tor bedeuten?“, „Hat Vincenzo inzwischen Handschuhe in seiner Größe?“ — Ganz witzig.

Ich hatte mir zuerst die Bilder von der Szene angesehen. Der Ballkontakt war von meinem Standpunkt aus durch Neuenkirchener Spieler verdeckt, aber man erkennt auf Bild 22 die Strafraumlinie. Ich hab‘ zur Verdeutlichung mal eine durchgezogene Linie drübergelegt. Das Video vom Spiel zeigt die Situation auch äußerst knapp. Ich sehe Patrick zwar mit den Füßen außerhalb des Strafraums, sein Oberkörper befand sich aber noch innerhalb und dort sehe ich auch die Ballberührung. Ich hab‘ mal ein Standbild aus dem Film kopiert.

Standbild
Standbild aus dem Video von oberliga-westfalen.de

Ich glaub‘ nicht mehr an ein regelwidriges Handspiel. Das unterscheidet mich von Stefan Rother, der in der Pressekonferenz meinte, von der Linie aus genau gesehen zu haben, daß die Rote Karte voll in Ordnung ging.

Überhaupt diese Linien. Ob der Kreidewagen ein Rad ab hatte, der Platzwart von den Pilzen genascht  hat, die an der Außenlinie wuchsen und sich danach für Salvador Dali hielt? Man weiß es nicht. Bild 5 zeigt wie schön die seitlichen Strafraumlinien zu einander fluchten. Einmaliges Versehen? Bild 65. Nimmt die Kontinentalverschiebung ihren Anlauf im Waldstadion?

Eins stand nach den Platzverweis jedenfalls fest. In der Mannschaft der TSG hat niemand an diesen ganzen Blödsinn auch nur einen einzigen Gedanken verschwendet. Stattdessen wurde gekämpft gerannt und sich aufmerksam füreinander eingesetzt. Es gab einige gute Einzel- und Gemeinschaftsaktionen. Den Führungstreffer zum Beispiel: Präziser Diagonalpaß von der linken auf die rechte Seite von Berkant Canbulut, ein Kontakt von Aldin Hodzic zurück in die Mitte, ein Kontakt von Phillipp Schulz frei vor dem Torwart, drin.

In der zweiten Hälfte gab es ähnlich gute Aktionen, die regelmäßig für Entlastung sorgten.

Berkant Canbulut zweimal gefährlich von links, Adrian Wasilewski marschierte in der 65. Minute nach Zuspiel von Berkant allein auf den Torwart zu und wurde erst in letzter Sekunde gestört.

Neuenkirchen versuchte die zahlenmäßige Überlegenheit zu nutzen und machte auf der Gegenseite viel Druck, versiebte aber die meisten Chancen. Eigentlich alle bis auf eine. In der 55. Minute traf Stefan Seiler nach Ablage von Nesar zum Ausgleich.

Ohne die fortgesetzten Konter der TSG wäre eine Niederlage nicht unwahrscheinlich gewesen. Die um Vincenzo Porello geschwächte Offensivabteilung hatte an dem verdienten Punktgewinn genauso großen Anteil wie die Abwehr und David von Hagen, der seine Sache sehr gut machte.

Ähnlich viel Druck aufs Sprockhöveler Tor dürfte es am Sonntag geben. Mit der SpVgg. Erkenschwick kommt ein Gegner, der mit Stefan Oerterer einen sehr erfolgreichen Stürmer mitbringt. Erkenschwick hat in dieser Saison zwei Tore weniger erzielt als die TSG. Zehn der vierzehn Treffer erzielte Oerterer. Es wird aber nicht nur darauf ankommen, ihn am Baumhof am Toreschießen zu hindern. Erkenschwick kommt nämlich auch mit der bis jetzt erfolgreichsten Abwehr dieser Saison. Erst sechs Gegentreffer ließ der nächste Gegner zu. Das dürfte nicht einfach werden.

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